Canon Canola F-11

Die Canola F-11 aus dem Jahr 1975 ist sicher einer der schönsten Tischrechner, die je gebaut worden sind, und glänzt darüber hinaus auch durch einen erstaunlichen Leistungsumfang. Der Rechner mißt etwa 28,5 * 25,5 * 9 cm (L*B*H) und wiegt mit Netzkabel 2850 g.

Die F-11 sitzt im gleichen Gehäuse wie die Canola L1632, hat aber natürlich eine andere Tastatur.

Canola F-11 Seite

Die Panaplexanzeige umfaßt zehn Stellen Mantisse, einen zweistelligen Exponenten sowie rechts vom Exponenten eine Symbolstelle, in der ein Kreis aufleuchtet, wenn der Rechner in der Betriebsart Statistik ist. Im Fehlerfall werden ganz links das Zeichen "E" und als Mantisse die Zahl "0." angezeigt.

Canola F-11 Anzeige
Canola F-11

Canola F-11 Typenschild
Was die Leistungsmerkmale der F-11 betrifft, kann man nur sagen: Was das Herz begehrt! Neben den arithmetischen Grundfunktionen natürlich Quadratwurzel, Quadrat und Kehrwert, die Konstante π auf zwölf Stellen genau, Winkelfunktionen in Radiant, Grad und Neugrad und ihre Umkehrfunktionen, Hyperbelfunktionen sowie ihre Umkehrfunktionen, natürliche und dekadische Logarithmen und Umkehrfunktionen, allgemeine Potenzen, Fakultäten, Umrechnungen zwischen Polar- und rechtwinklingen Koordinaten sowie zwischen Grad/Minute/Sekunde und Dezimaldarstellung und als Besonderheit auch noch Einheitenumrechnungen. Darüberhinaus besitzt die Canola zehn saldierende Speicher, vierfach verschachtelte Klammern (schließende Klammern müssen eingegeben werden) und versteht Punktrechnung vor Strichrechnung. Man kann also z.B. 1+2*3^2 ohne Klammern gerade so eintippen und erhält das gewünschte 1+(2*(3^2)). Mit der Bruchstrichtaste "/" kann man Brüche der Art 2¾ = 2 + ¾ eingeben, ohne daß man eine Summe bilden oder einen Bruch der Art a/b herstellen müßte. Beispielsweise rechnet man 2½ * 3¾ so: 2 . 1 / 2 * 3 . 3 / 4

Mit dem Schalter rechts vom Kommawähler kann man in eine von drei Statistikbetriebsarten wechseln:

X:
Statistik in einer Variablen.
XY:
Statistik in zwei Variablen.
LR:
Lineare Regression.

Werte und Wertepaare werden mit der Summentaste eingegeben und können bei Bedarf mit DEL gelöscht werden. Die Speicher 5-9 sind in diesen Betriebsarten für Statistikzwecke belegt und können nicht bei Rechnungen verwendet werden. Die statistischen Ergebnisse fragt man mit der OUT-Taste gefolgt von einer Ziffer ab, wie es im Schildchen über der Tastatur beschrieben ist.

Canola F-11 Beschreibung Seite 1 Canola F-11 Beschreibung Seite 2-3 Canola F-11 Beschreibung Seite 4

Die F-11 rechnet schnell - auch bei den transzendenten Funktionen kann man ohne große Verzögerungen drauflostippen. Mit dem Kommawähler wählt man zwischen einer festen Zahl von Nachkommastellen, Fließkomma "F" (wobei bedarfsweise die Exponentendarstellung benutzt wird) und erzwungener Exponentendarstellung "SN". Intern rechnet die F-11 bei den Grundfunktionen einschließlich der Quadratwurzel mit zwölf Stellen, bei den transzendenten Funktionen aber nur mit zehn Stellen Genauigkeit. Im forensischen Test liefert sie das Ergebnis 9,000417403.
Die Tastatatur ist mittels zweier Flachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden. Natürlich arbeiten die Tasten mit Magnetkontakten.

Die Panaplex-Anzeige ist eine Hitachi H1852C und wird von einem Metallrahmen geschützt. Man sieht, daß sie bei den häufig benutzten Stellen abgenutzter ist als bei den anderen. Die Ziffern leuchten trotzdem einheitlich hell.


Canola F-11 Anzeige

Die Hauptplatine enthält sieben integrierte Schaltkreise von Hitachi. Das Gehirn ist ein HD3650. Die Bausteine HN3601, HN3602, HN3603, HN3604 und HN3606 sind vermutlich ROMs mit den Mikroprogrammen für die höheren Funktionen, und der HD3657 ist ein RAM.

Canola F-11 innen Canola F-11 innen

Verweise:
www.devidts.com
Die Canola F-11 von Serge Devidts bzw. Mikey.

Rechenkasten Technisch-Wissenschaftliche Canola Markus Sigg, letzte Änderung: 20.3.2004, Historie