Canon OS-1200

Bis in die jüngste Vergangenheit hatte Canon einige Tischrechnermodelle im Angebot, die das Aussehen der Geräte der 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts fortführten und zum Teil sogar noch den Namensbestandteil "Canola" hatten. Ein Beispiel wäre die Canola MP1215-D, die etwa noch in einem Prospekt von 2005 auftaucht.
"Canola" wird zwar nicht mehr in der Beschreibung erwähnt, ist aber am Rechner unter dem Canon-Schriftzug zu erkennen, wenn man das Bild genau ansieht:

Canola MP1215-D
Weitere Modelle im bewährten Design wären z.B. OS-1200, L1633 und L1231, hier in einem Prospekt von 1999:

Canola MP1215-D

Das Modell OS-1200 wollen wir uns genauer ansehen.

Der Rechner hat zwei Besonderheiten anzubieten. Zum einen ist die Anzeigeeinheit beweglich und kann ein Stück herausgeklappt werden, um die Ablesbarkeit zu verbessern:

OS-1200 Anzeige eingeklappt
OS-1200 Anzeige ausgeklappt
Zum anderen besitzt er oben eine Solarzelle, die auch bei bescheidenen Lichtverhältnissen so viel Energie liefert, daß man auf eine Batterie verzichten kann. Ein Batteriefach ist für ganz schwierige Fälle aber ebenfalls vorhanden.

Die LCD-Anzeige hat zwölf Stellen. Neben einem saldierenden Speicher hat das Gerät auch einen Postenzähler, eine Wurzeltaste sowie – sehr nützlich – eine Eingabekorrekturtaste.

Das zurückhaltende, zweckbestimmte Design ist von klassischer Schönheit. Der Rechner könnte sich unter die Canon-Modelle von 1975 mischen, ohne hinsichtlich Farbwahl oder Gehäuseform besonders aus der Reihe zu fallen.
OS-1200 Solarzelle
OS-1200 Hauptplatine
OS-1200 Label

Innen entspricht der OS-1200 natürlich dem Stand der Technik um 1990. Die Tastatur ist mit einer Gummimatte unterlegt, deren leitende Stößel Leiterbahnen auf der Platine verbinden.

Der (einzige) integrierte Schaltkreis ist ein T6897 von Toshiba (im vorliegenden Rechner mit dem Herstellungscode 9036HB), ein allerdings schon etwas älteres Teil, das z.B. auch von Texas Instruments schon ab ungefähr 1983 verbaut wurde.


Verweise:



Rechenkasten Canola Verschiedene Markus Sigg, letzte Änderung: 15.4.2011, Historie