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<page rootpath="../.." title="Elektronika MKU1">
  <intro>
	Die sowjetische Elektronika MKU1 (oder anders transkribiert: MKY1) aus dem
	Jahr 1992 ist 26 ⋅ 17,5 ⋅ 6 cm (L⋅B⋅H) groß, wiegt mit Netzkabel etwa 800 g
	und fällt unter anderem wegen ihres ungewöhnlichen Gehäuses mit dem
	durchscheinenden grünen Anzeigeverdeck auf, durch das man die Anzeigeröhre
	und einen Teil der Elektronik sehen kann.
  </intro>

  <table21>
	<ver>
	  <text>
		Dieses Gehäuse ist flach mit schwarzer Unter- und weißer Oberschale und
		hat einen keilförmigen Verlauf. Das Anzeigefenster springt daraus als
		gegenläufiger Keil heraus:
	  </text>

	  <image src="Elektronika_MKU1_side.jpg" height="11em" alt="Elektronika MKU1, seitlich"/>

	  <text>
		Es gibt auch eine MKU-1 in einem ganz schwarzen Gehäuse und auch in
		einer Schulvariante MKSCH-2M für 42 statt 220 Volt
		Betriebsspannung. Eine schwarz-weiße Variante MKU1-1 gibt es auch in
		einem Gehäuse mit abgerundeten Ecken und abgerundetem
		Anzeigefenster. Bei der vorliegenden MKU1 ist der Schiebeschalter links
		von der Tastatur nicht nur unbeschriftet, sondern ohne jede
		Funktion. Wahrscheinlich ist er zum Umschalten zwischen Grad- und
		Radiantrechnungen gedacht, aber in diesem Rechner aus irgendeinem Grund
		nicht benutzt worden, so daß man nur in Grad rechnen kann.
	  </text>
	</ver>

	<ver>
	  <image src="Elektronika_MKU1.jpg" alt="Elektronika MKU1, vorne"/>
	  <image src="Elektronika_MKU1_label.jpg" alt="Elektronika MKU1, Typenschild"/>
	</ver>

	<text>
	  Die Digitron-Anzeige hat eine Vorzeichen- und acht Ziffernstellen und
	  zeigt eine achtstellige Mantisse oder eine fünfstellige Mantisse und
	  einen zweistelligen Exponenten. Oberes und unteres Segment der
	  Ziffernstellen sind nach einer Seite hin rund verlängert, so daß z.B.
	  die Ziffern 3 und 9 besonders schick aussehen. Im Falle eines Fehlers
	  wird "- --------" angezeigt.
	</text>

	<image src="Elektronika_MKU1_display.jpg" alt="Elektronika MKU1, Anzeige"/>

	<ver twocols="">
	  <text>
		Intern rechnet die MKU1 bei den arithmetischen Grundoperationen und der
		Quadratwurzel mit acht Stellen Genauigkeit. Im forensischen Test
		versagt sie aber und liefert das Ergebnis 0, weil sie schon für
		cos(sin(9)) den Wert 1 ausrechnet.  Tatsächlich werden die
		transzendenten Funktionen nur auf fünf Stellen genau berechnet. Die
		Konstante &#960; ist trotzdem mit acht Stellen gespeichert.
	  </text>

	  <text>
		Andererseits hat die Elektronika MKU1 zwei Funktionen, die man sonst
		eher selten antrifft: Zum einen berechnet die mit einem Dreieck
		beschriftete Taste eine 2x2-Determinante. Um die Determinante
	  </text>

	  <text>
		<table style="display:block;margin:auto;width:6em">
		  <tbody>
			<tr>
			  <td rowspan="2"><big><big><big>|</big></big></big><br/></td>
			  <td>a</td>
			  <td>b</td>
			  <td rowspan="2"><big><big><big>|</big></big></big></td>
			</tr>

			<tr>
			  <td>c</td>
			  <td>d</td>
			</tr>
		  </tbody>
		</table>
	  </text>

	  <text>
		auszurechnen, tippt man a ( b ( c ( d und dann die Determinantentaste.
	  </text>

	  <text>
		Zweitens löst die Taste x<small><sub>1,2</sub></small> eine
		quadratische Gleichung. Um die Lösungen von ax<sup>2</sup> + bx + c = 0
		zu ermitteln, tippt man a ( b ( c und kann dann durch wiederholtes
		Drücken der Taste x<small><sub>1,2</sub></small> zwischen den beiden
		Lösungen wechseln. Wenn es keine relle Lösung gibt, wird "- -------"
		angezeigt.
	  </text>

	  <text>
		Auch die Klammerfunktion mit bis zu drei Verschachtelungen ist
		erklärungsbedürftig: Man darf geklammerte Ausdrücke nicht mit "="
		beenden, sondern muß die Klammern erst einzeln mit ")" wieder
		schließen – wie es auf dem Papier steht. Um 1 + 2⋅2 auszurechnen,
		darf man z.B.  nicht "1 + ( 2 × 2 =" tippen, das ergibt nämlich 4,
		sondern "1 + ( 2 × 2 ) =".
	  </text>
	</ver>

	<text/>

	<ver>
	  <text>
		Das rustikal wirkende Netzteil sitzt auf einer eigenen kleinen
		Leiterplatte im hinteren Gehäuseteil und ist durch sechs isolierte
		Drähte mit der Hauptplatine verbunden.
	  </text>

	  <image src="Elektronika_MKU1_digitron.jpg" height="14em" alt="Elektronika MKU1, Anzeige"/>

	  <text>
		Die Anzeigeröhre nennt sich IB-18. Die Ziffern scheinen im Raum zu
		schweben und sind auch von der Rückseite der Röhre her zu sehen. Der
		runde Punkt über dem Minuszeichen leuchtet auf, wenn Tasten gedrückt
		werden. Es gibt keine Speicherbelegungsanzeige.
      </text>

	  <image src="Elektronika_MKU1_digitron_rear.jpg" height="14em" alt="Elektronika MKU1, Anzeige von hinten"/>

	  <text>
		Die Hauptplatine ist nicht nur mit der gesamten Rechnerlogik und der
		Anzeige bestückt, sondern sie trägt auch die Tastatur, die von der
		gleichen Art wie in der <a
		href="../Elektronika_MK_41/index.html">Elektronika MK 41</a> ist.
      </text>
	</ver>

	<ver>
	  <text>
		Man sieht, daß links von den Zifferntasten ein Schalter vermutlich für
		Grad/Radiant-Umschaltung vorgesehen war, der aber nicht eingebaut
		worden ist. Wurden Radiantrechnungen nicht gebraucht? Gab es einen
		Schalter-Lieferengpaß? Man weiß es nicht.
      </text>

	  <image src="Elektronika_MKU1_inside.jpg" alt="Elektronika MKU1, innen"/>

	  <text>
		Der Rechnerbaustein ist ein Rodon K145IK1301 und wird von sechs
		kleineren Schaltkreisen begleitet: Drei K161KN1B (vermutlich
		Anzeigetreiber) und je einem K176LE5, K176IE8 und K176KT1.
	  </text>
	</ver>
  </table21>

  <links>
	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/08382/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1 bei Serge Devidts, Variante 1.
	</link>

	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/15620/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1 bei Serge Devidts, Variante 2.
	</link>

	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/18342/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1 bei Serge Devidts, Variante 3.
	</link>

	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/73302/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1 bei Serge Devidts, Variante 4.
	</link>

	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/19664/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1-1 bei Serge Devidts, Variante 1.
	</link>

	<link url="http://www.calcuseum.com/SCRAPBOOK/BONUS/30144/1.htm" short="www.calcuseum.com">
	  Die MKU1-1 bei Serge Devidts, Variante 2.
	</link>

	<link url="http://leningrad.su/museum/show_calc.php?n=181" short="leningrad.su/museum">
	  Die schwarze MKU-1 von Sergei Frolov.
	</link>

	<link url="http://leningrad.su/museum/show_calc.php?n=180" short="leningrad.su/museum">
	  Die MKSCH-2M von Sergei Frolov, eine 42 Volt-Variante der MKU-1.
	</link>

	<link url="http://leningrad.su/museum/show_calc.php?n=182" short="leningrad.su/museum">
	  Die MKU1-1 von Sergei Frolov, eine MKU1 mit runden Ecken.
	</link>

	<link url="http://bigmuseum.ru/evm-pk-komplektuyushhie/kalkulyatory/mikrokalkulyator-elektronika-mku1-mku-1.html" short="bigmuseum.ru">
	  Noch eine russische Museumsseite mit einer MKU1.
	</link>
  </links>

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</page>
