Elektronika MK 41

Die sowjetische Elektronika MK 41 aus dem Jahr 1992 ist 21 * 17 * 9,5 cm (L*B*H) groß und wiegt mit Netzkabel etwa 790 g. Die Höhe von fast zehn Zentimetern kommt allerdings nur dadurch zustande, daß das Gehäuse einen Knick hat.

Im Gegensatz zur MKU1 sind die Zifferntasten der MK 41 nicht doppelt belegt, sondern sie hat für die Winkelfunktionen usw. links einen weiteren Tastenblock.

Elektronika MK 41 Seite
Elektronika MK 41 Typenschild

Die vorliegende MK 41 hat eine schwarze Ober- und eine weiße Unterschale, es gibt aber auch eine Variante mit grauer Oberschale.
Elektronika MK 41
Elektronika MK 41  Digitronanzeige

Die Anzeige, eine B-27M, hat 13 Ziffernstellen und links eine Symbolstelle, von der nur das Minuszeichen benutzt wird.

Die Segmente der Ziffern sind gestaltet wie die der MKU1. Im Fehlerfall (Überlauf oder Division durch Null) erscheinen in der Anzeige zehn Punkte "..........".
Die MK 41 zeigt eine zehnstellige Mantisse mit zweistelligem Exponenten an, rechnet aber intern mit zwölf Stellen. Sie liefert das forensische Ergebnis 9,00001196799, was gar nicht so schlecht ist. Außerdem beherrscht sie Punktrechnung vor Strichrechnung und hat drei Speicher, die man anspricht, indem man nach dem Drücken einer Speichertaste noch eine Ziffer tippt.

Und sie hat noch eine Besonderheit, nämlich eine Pythagorasfunktion: Gibt man eine Zahl x ein, drückt die Taste /p/ und gibt dann eine zweite Zahl y ein, dann liefert eine weitere Betätigung der Taste /p/ den Wert sqrt(x^2+y^2), also die euklidische Länge des Vektors (x,y). Die Taste /p/ bewirkt offenbar folgendes: Der Inhalt des Rechenregisters wird quadriert, der Inhalt des Anzeigeregisters ebenso, und die Wurzel aus der Summe wird ins Anzeige- und ins Rechenregister gebracht. Daher kann man auch mehr als eine Zahl eingeben und mit /p/ verarbeiten und somit die euklidische Länge von Vektoren beliebiger Dimension berechnen.

Übrigens darf man bei der MK 41, anders als bei der MKU1, Klammern auch mit dem Gleichheitszeichen schließen.
Die Tasten sind von der gleichen Art wie in der MKU1, aber wegen der fehlenden Doppeltbelegung sind es mehr Tasten als bei jener. Der Schiebeschalter rechts oberhalb der Tastatur dient der Umschaltung zwischen Grad- und Radiantrechnungen.

Das Gehirn des Rechners besteht aus drei spinnenförmigen integrierten Schaltkreisen. Die linke Spinne heißt K145VV6 und scheint am wichtigsten zu sein, denn sie hat die meisten Beine. Die beiden anderen Spinnen nennen sich K145IA1 und K145RE1. Links tummelt sich noch ein kleiner K145GG1.

Elektronika MK 41 großer IC Elektronika MK 41 kleine ICs
Elektronika MK 41 innen

Verweise:
www.rk86.com/frolov
Die MK 41 von Sergei Frolov mit grauem Oberteil.

Rechenkasten Technisch-Wissenschaftliche Markus Sigg, letzte Änderung: 11.3.2004, Historie