Elektronika MK 56

Hier haben wir einen weiteren sowjetischen wissenschaftlichen Tischrechner, die programmierbare Elektronika MK 56 mit einer Größe von 20 * 24 * 5 cm (T*B*H) und einem Gewicht mit Netzkabel von etwa 950 g. Die MK 56 war offenbar ziemlich erfolgreich, wurde sie doch mit nur geringen technischen Änderungen mindestens von 1981 bis 1990 gebaut. Das links zu sehende Exemplar ist von 1981, das rechte von 1990. Bis auf die Farbe und Feinheiten in der Tastenbeschriftung sind von außen keine wesentlichen Unterschiede zu erkennen.

Elektronika MK 56 von 1981
Die MK 56 entspricht technisch dem Taschenrechner Elektronika B3-34. Was die Bedienung angeht, kann man daher auf die Beschreibung von Sergei Frolov verweisen.

Die MK 56 rechnet mit acht Stellen und zweistelligem Exponenten und liefert im Calculator Forensics Test ebenso wie ihre Verwandten B3-34, MK-52, MK-54 und MK-61 den Wert 9.0881454. Für diese (und viele weitere) Elektronika-Rechner steht mit Calculators 3000 ein netter Emulator zur Verfügung (bislang leider nur für Windows).

Bemerkenswert ist zunächst die Tatsache, daß diese Rechner mit UPN-Logik arbeiten. Die Taste B^ dient als Eingabetaste. Um 28 auszurechnen, tippt man z.B. "2" "B^" "8"  "F" "xy" und erhält 63,999987.

Wichtiger ist natürlich die Programmierbarkeit. Die MK 56 hat einen Programmspeicher von 98 Schritten und erlaubt bedingte Sprünge sowie bis zu fünf Unterprogrammebenen. In Verbindung mit 14 Speichern (0,...,9,a,b,c,d), von denen bis zu vier als Schleifenvariable benutzbar sind, kann man damit schon einiges anstellen.

Das Modell von 1981 hat links eine Anzeigestelle mit einem dicken Punkt, einem Minuszeichen "-" und den Zeichen "I" und "II". Die MK 56 von 1990 hingegen hat hier die Zeichen "M", "-" und "E".

Das Minuszeichen wird nicht benutzt, weil es in der nächsten Segmentstelle angezeigt wird. Fehler zeigt die MK 56 durch den Text "Error" an, wobei der Buchstabe "r" aus den beiden passenden Anzeigesegmenten gebildet wird. Da Speicherbelegungen gar nicht angezeigt werden (das wäre bei 14 Speichern auch schwierig), wird diese linke Zeichenstelle daher beim 90er-Modell überhaupt nicht verwendet. Beim 81er-Modell hingegen hat sie eine Aufgabe. Die MK 56 hat nämlich einen Schalter mit drei Einstellungen für die Basis der trigonometrischen Funktionen. Beim 81er-Modell wird seine Stellung in der bewußten Anzeigestelle wiedergegeben:


links
mittel
rechts
Beschriftung
Г (G) Р (R) ГРД (GRD)
Kreisumfang
360°
400°
Anzeige beim 81er-Modell
Punkt
"I"
keine
Anzeige

Die Hauptplatinen von 1981 und 1990 unterscheiden sich sowohl im Aufbau als auch durch die benutzten Bausteine:


1981
1990
Rechnen
K145IK1302
K145IK1303
K145IK1302
K145IK1303A
Speicher
2 * K145IR2
2 * KR145IR2
Treiber
3 * K161KN1
3 * K161KN1A
Sonst

K561LE5
K561LE10

Es ist ungewöhnlich, daß der ältere Rechner mit weniger integrierten Schaltkreisen auskommt!
Elektronika MK 56 von 1990
Elektronika MK 56 von 1981 Typenschild Elektronika MK 56 von 1990 Typenschild
Elektronika MK 56 von 1981 Seite Elektronika MK 56 von 1990 Seite
Elektronika MK 56 von 1981 Anzeige Elektronika MK 56 von 1990 Anzeige
Elektronika MK 56 von 1981 Hauptplatine
Elektronika MK 56 von 1990 Hauptplatine

Verweise:
www.rk86.com/frolov
Die MK 56 von Sergei Frolov.
www.rskey.org
Die MK 56 von Viktor T. Toth.
www.devidts.com
Die beiden MK 56 von Serge Devidts, eine davon in einer nochmals anderen Farbgebung.
www.geocities.com/SiliconValley
How to calculate on the Elektronika B3-34 von Sergei Frolov.
www.emulator3000.emuita.it
Calculator 3000, der Emulator für eine Vielzahl von Elektronika-Rechnern.

Rechenkasten Technisch-Wissenschaftliche Markus Sigg, letzte Änderung: 30.1.2005, Historie