Olympia CD 603

Hier haben wir das leistungsfähigste Modell der Rechnerreihe CD 402, CD 502, CD 602 und CD 603 von Olympia, die auch in der Übersicht Olympia CD 402,502,602,603 zu sehen ist. Wie die anderen drei hat der technisch-wissenschaftliche CD 603 ein  20,5 * 20,5 * 7 cm (L*B*H) großes, schwarzes Pultgehäuse. Wie vom CD 402 und vom CD 502 gibt es vom ihm neben frühen, in Deutschland gebaute Exemplaren auch spätere, im Ausland gefertigte, die sich von den älteren in technischer Hinsicht durch eine andere Platine und eine gelötete statt gesockelte Anzeige unterscheiden.

Der CD 603 besitzt eine Digitronanzeige mit zehnstelliger Mantisse und zweistelligem Exponenten und ist damit natürlich schon wesentlich leistungsfähiger als der CD 602 mit seinen nur acht Stellen ohne Exponent.

Die Tastatur ist von der gleichen Art wie die des CD 602, wirkt aber viel schöner und ausgewogener als jene. Dieser Rechner hat den IF-Designpreis, den er im Jahr 1976 bekommen hat, tatsächlich verdient.

Was Bedienung und Leistungsmerkmale angeht, ähnelt der CD 602 der Rockwell Anita 1041. Genauer gesagt: Die beiden stimmen darin völlig überein, denn beide benutzen den gleichen Rechnerbaustein von Rockwell.  Zwar hat die Anita 1041 eine Panaplexanzeige, aber auch sie hat zwischen Mantisse und Exponentvorzeichen eine leere, unbenutzte Anzeigestelle. Wie die Anita 1041 hat auch der CD 603 keine Speicherbelegungsanzeige, und auch er liefert natürlich das forensische Ergebnis 8,999670079.

Der CD 603 hat auch noch den Modellnamen RDE 10/1, wo 10 wahrscheinlich für die Rechengenauigkeit steht und 1 für die Anzahl der Speicher.
Olympia CD 603
Olympia CD 603 Beschreibung Seite 1
Olympia CD 603 Beschreibung Seite 2-3 Olympia CD 603 Beschreibung Seite 4
Olympia CD 603 84.380-0001.9 Typenschild

Olympia CD 603 84.380-0001.9 Typenschild
Wie oben schon erwähnt, gibt es auch vom CD 603 (mindestens) zwei Varianten. Die vermutlich ältere trägt am Boden und an der Rückseite die Aufschrift "Made in Western Germany" und hat die Modellnummer 84.380-0001.9. Die vermutlich neuere hat keine Herkunftsbezeichnung. Ihre Modellnummer ist 84.903-6001.9.

Olympia CD 603 Tastatur
Olympia CD 603 84.903-6001.9 Typenschild

Olympia CD 603 84.903-6001.9 Typenschild
Olympia CD 602 84.380-0001.9 Anzeige

Im älteren CD 603 findet man als Digitronanzeige eine gesockelte Futaba 15-MT-02 und als Rechnerbaustein einen Rockwell A4800PC 7524.

Olympia CD 602 84.380-0001.9 Hauptplatine

Die Speicherbelegungsanzeigen in der linken Anzeigestelle werden nicht benutzt, wohl aber der runde Punkt zur Fehleranzeige.
Der Rockwell A4800 wurde übrigens (wie der schwächere A4001 des CD 602) auch in Taschenrechnern verbaut, z.B. im Santronic 300SR oder im Olympia CD 94.

Olympia CD 94

Olympia CD 94 innen
Olympia CD 602 84.903-6001.9 Anzeige

Im neueren CD 603 ist die Anzeige, eine Futaba 15-MT-24, an der Hauptplatine festgelötet. Als Rechnerbaustein kommt ein Rockwell A4800CC 7606 zum Einsatz. Außerdem ist die Platine anders aufgebaut.

Olympia CD 602 84.903-6001.9 Hauptplatine

Die Digitronanzeigen sind die gleichen wie in den beiden Varianten des CD 502. Die Ziffern der 15-MT-24 sind deutlich größer als die der 15-MT-02.

Verweise:
www.ifdesign.de
Der Eintrag des CD 603 in der IF Design-Tabelle des Jahres 1976.

Rechenkasten Technisch-Wissenschaftliche Markus Sigg, letzte Änderung: 18.11.2004, Historie