Triumph-Adler minicom 3


Mit dem minicom 3 kann man nicht nur rechnen, sondern auch Paare aus Namen und Ziffern, also z.B. Telefonnummern, speichern. Es mißt etwa 14 * 12 * 11 cm (L*B*H) und wiegt ohne Batterien etwa 325 g. Das Gerät hat ein pultförmiges Gehäuse und eine achtstellige, gut lesbare gelbe Flüssigkristallanzeige mit links einer weiteren Stelle für Vorzeichen, Speicherbelegung und Fehlerzustand.

Das batteriebetriebene minicom 3, im TA-üblichen Schwarz und mit den von Triumph-Adler wohlbekannten Tastenfarben (man vergleiche die Farben etwa mit dem Triumph-Adler 1210), ist Teil eines "Chef-Set", das von Triumph-Adler 1979 als "Minikommunikationszentrum für die Vorstandsetage" vorgestellt wurde.

Präsentation von Krause Industriedesign

Das System wurde von den TA-Designern entworfen und anschließend in Japan von Toshiba gefertigt. Die ursprüngliche Vorstellung der TA-Designer war, daß alle Module über eine zentrale Spannungsversorgung gespeist werden. Toshiba hat dies leider nicht verwirklicht, sondern statt dessen batteriebetriebene Geräte entwickelt.
Über den Designprozeß des minicom erschien ein netter Bericht in der TA-Werkszeitschrift:

TA Werkszeitschrift

Wie man sieht, gab es als weitere Module noch eine Digitaluhr, eine Gegensprechanlage, ein Diktiergerät und ein Radio, ferner eine Schreibtischleuchte und Behälter für Schreibzubehör.
TA minicom 3 Seite Das minicom 3 wird mit der Taste C bzw. ON eingeschaltet. Zum Ausschalten gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen spricht nach etwa 140 Sekunden die Abschaltautomatik an. Zum anderen kann man den Schiebeschalter in die Stellung LOCK bringen. Dann läßt sich das minicom 3 auch durch C/ON nicht mehr einschalten. Man kann es aber mit dem Schiebeschalter allein nicht einschalten, sondern muß nach Beenden von LOCK zusätzlich C bzw. ON drücken.

Was das Rechnen angeht, gibt es nichts Besonderes zu berichten: Das minicom 3 arbeitet achtstellig mit Fließkomma und hat eine Prozent- sowie eine Quadratwurzeltaste und die Tasten RM, M- und M+ für den Speicher. Der Speicher wird durch zweimaliges Drücken von RM gelöscht.

Die Bedeutung der Tasten MDC, CLL und CON ist nicht klar.



An der Gehäuseoberkante befindet sich ein mit einer Plastikkappe abgedecktes Loch. Möglicherweise sitzt hier in einem Uhren-/Wecker-minicom ein Knopf, mit dem man den Alarm beenden kann. Auch könnte bei einem Radio-minicom hier eine Antenne angebracht sein.
TA minicom 3 oben
TA minicom 3

TA minicom 3 Typenschild
Durch Drücken von LETTER kommt man in den Telefonbuchbetrieb und kann sechs Buchstaben A-Z (oder Bindestrich) am Stück eingeben, die mit Hilfe eines zusätzlichen schrägen Segments auf die folgende, etwas eigentümliche Weise dargestellt werden:

TA minicom 3 Buchstaben TA minicom 3 Buchstaben TA minicom 3 Buchstaben TA minicom 3 Buchstaben TA minicom 3 Buchstaben

Es gibt vier Speicherbänke zu je 30 Einträgen, wo jeder Eintrag aus einem Paar von bis zu sechs Buchstaben und bis zu acht Ziffern besteht. Man wählt die Bänke durch den mit "A-F", "G-L", "M-S" und "T-Z" beschrifteten Schiebeschalter aus, kann aber in jede Bank Einträge mit beliebigem ersten Buchstaben schreiben. Die ausgewählte Speicherbank kann mit "RESET" geleert werden.

Einfügen eines Eintrags in die ausgewählte Speicherbank:
  1. Im Rechnerbetrieb LETTER drücken. Daraufhin erscheint unten der Text "LETTER" und oben die Anzahl der noch freien Plätze der Speicherbank.
  2. Bis zu sechs Buchstaben eingeben.
  3. WRITE drücken. Die Buchstaben bleiben in der Anzeige, unten erscheint statt "LETTER" nun "WRITE". Falls die Speicherbank schon voll ist, geht die Fehleranzeige an, und man muß mit "C" abbrechen. Ebenso, falls in der Speicherbank schon ein Eintrag zu diesem Namen vorhanden ist.
  4. Bis zu acht Ziffern eingeben.
  5. WRITE drücken. Die Zahl bleibt stehen, "WRITE" geht aus. Dann ist das minicom 3 wieder im Rechnerbetrieb.
Ansehen des Inhalts der ausgewählten Speicherbank:
  • LETTER und dann wiederholt READ drücken. Es werden abwechselnd Namen und Nummern angezeigt, bis man z.B. mit C abbricht. Währenddessen erscheint unten der Text "AUTO.R".
oder
  • LETTER und dann einmal AUTO-READ drücken. Es werden etwa im Sekundentakt Namen und Nummern durchgeblättert. Mit STOP kann man unterbrechen und dann mit AUTO-READ fortsetzen. Z.B. mit C kann man ganz abbrechen. Unten erscheint ebenfalls der Text "AUTO.R".

Es scheint keine Möglichkeit zu geben, einzelne Einträge zu löschen, nur die Gesamtlöschung einer Bank mit RESET.
TA minicom 3 innen
Die Elektronik des Rechners wird von einem aluminiumbeschichteten Karton abgedeckt. Wenn man ihn abnimmt, sieht man oben eine Platine, die auf ihrer Vorderseite die Anzeigeeinheit trägt und hinten einen namenlosen integrierten Schaltkreis zeigt, der die Anzeige steuert. Verbunden mit dieser Platine ist eine größere mit vier ebenfalls namenlosen Schaltkreisen auf der Lötseite. Das sind natürlich die Speicherbausteine, einer für jede Speicherbank. Aus den Platinenaufdrucken geht hervor, daß es Toshiba T3691 sind. Diese wurden auch in verschiedenen Taschenrechnermodellen mit ähnlicher Notizbuchfunktion verbaut, meist zusammen mit anderen Toshiba-Bausteinen, und enthalten je 2048 Bits

Die eigentliche Logik sitzt auf der Bestückungsseite der Platine und besteht aus fünf integrierten Schaltkreisen von NEC. In der Anordnung wie im rechten Bild:

D4040C D4013C
D4012C D4075BC D4071C
TA minicom 3 NEC-Schaltkreise

Verweise:
www.krause-industrie-design.de
Die Webpräsenz von Krause Industrie-Design. Klaus-Diether Krause war maßgeblich am Design des minicom-Systems und zahlreicher anderer TA-Erzeugnisse beteiligt. 

Rechenkasten Verschiedene Markus Sigg, letzte Änderung: 6.5.2005, Historie