Zumro 100

"Zumro - Elektronik von Morgen. Aktuelle Entwicklungen in der Raumfahrt haben es möglich gemacht, jetzt eine elektronische Rechenmaschine herzustellen, welche in jeder Hinsicht ihrer Zeit weit voraus ist. ..."

Eine wunderbare Maschine! Dieses Hellblau, komplementär zum Orange der Anzeige! Dazu die schwarzen und weißen Tasten! Doch bleiben wir sachlich: Die Zumro 100 stammt aus dem Jahr 1972, mißt 22.5 * 14 * 7 cm (L*B*H) und wiegt ohne Netzkabel 785 g. Sie ist vermutlich ein Klon des Eldorado Electrodata Director Two und des Eldorado Electrodata Electronic PB1. Es gibt diese Rechner nicht nur mit hellblauem, sondern auch mit schwarzem, sandbraunem und olivengrünem Gehäuse, und auch unter weiteren Markennamen. So ist etwa der ALX 8000 eine Variante ohne Konstantentaste, während der Addmaster Merlin 8K und der Eldorado 8K der Zumro 101 entsprechen.

Zunächst zu den Äußerlichkeiten:

Zumro 101 Rechts vom Netzschalter hat die Zumro 100 eine abgedeckte Aussparung im Gehäuse. Hier sitzt bei der verwandten Zumro 101 ein Schalter zur Steuerung der Nachkommastellen. Sonst unterscheiden sich die beiden äußerlich nicht - das gleiche hübsche blaue Pultgehäuse, die gleiche achtstellige Panaplexanzeige.

Möglicherweise ist auch die Elektronik die gleiche. Man könnte dann die Zumro 100 durch Einbauen eines Schalters zu einer Zumro 101 aufrüsten. Natürlich wird niemand ohne Not an so einem Schmuckstück rumbasteln.

Zumro 101
Die Herkunftsverhältnisse sind ein bißchen verwirrend: Die Zumro 100 ist, wie gesagt, eine Kopie des Director Two von Eldorado Electrodata, aber hergestellt von Zumro Inc. in Clayton (Kalifornien). Das vorliegende Exemplar ist für 220 Volt Netzspannung gedacht. Für die deutsche Bedienungsanleitung zeichnet die Zumro B.V. in Hillegom (Niederlande) verantwortlich. Verkauft wurde der Rechner aber wohl von MBO, denn auf der Hinterseite trägt er auch noch einen MBO-Aufkleber.

Zumro 100 Anzeige

Zumro 100 Anzeige

Zumro 100 Anzeige
Das Minuszeichen wird rechts von der Zahl angezeigt. Diese neunte Stelle wird auch zur Anzeige von Fehlerzuständen benutzt. Bei einem Überlauf erscheint hier das Zeichen "o", bei der Eingabe von mehr als acht Stellen das Zeichen "E".

Bei einem Überlauf wird das Ergebnis geteilt durch 108 angezeigt. Man kann damit aber nicht weiterrechnen, sondern muß das Rechenwerk mit C ganz zurücksetzen.

Die Gleitfüße aus Kork sind übrigens auch nett.
Zumro 100

Zumro 100 hinten

Zumro 100 unten
Kommen wir zum Innenleben. Die Tastatur ist aus Blöcken aufgebaut, die sich zerlegen lassen:

Zumro 100 Tastatur

Die Panaplex-Anzeige ist eine Burroughs BR09253. Man beachte die unterschiedliche Ausprägung des Dezimalkommas/punkts in den einzelnen Stellen. Die Kommas sind zur Tausendergruppierung gedacht und fehlen daher bei den rechten drei Stellen. Die Zumro 100 verwendet nur die Dezimalpunkte. Rechts unten in der neunten Stelle, die ja zur Fehleranzeige benutzt wird ist noch ein waagrechter Strich, der in der Zumro 100 ebenfalls nicht eingesetzt wird.

Der integrierte Schaltkreis ist ein TMS 0103, der neben der Rechen- auch die Tastaturabfragelogik und Anzeigesteuerung enthält. Er ist Mitglied einer ganzen Familie von Rechnerbausteinen von Texas Instruments der damaligen Zeit. Die fünf kleineren ICs sind vermutlich Treiberbausteine.
Zumro 100 innen

Verweise:
www18.addr.com/~brogers
Der Eldorado Electrodata Director Two von Bruce Rogers.
www.vintagecalculators.com
Addmaster Merlin 8K, Eldorado Director Two und Eldorado 8K von Nigel Tout.
greyghost.dyndns.org
Lesenswerter Hintergrundbericht von William Walsh über den Director Two und die Firma Eldorado Electrodata.
www.rskey.org
Technische Daten zum TMS 0103 und seinen Verwandten.

Rechenkasten Verschiedene Markus Sigg, letzte Änderung: 14.10.2006, Historie