| Schon 1929 gab es bei Walther eine elektrisch 'motorisierte' Sprossenradrechenmaschine, die EMKD. 1952 konnte Georg Walther auf der Hannover-Messe die damals schnellsten elektrischen Addiermaschinen der Welt vorstellen. Im Jahr darauf wurden die Werke in Gerstetten und Niederstotzingen zusammengefaßt und bildeten die Walther Büromaschinen GmbH. Vermutlich erfolgte damit auch eine Abspaltung der Waffenherstellung in ein unabhängiges Unternehmen. |
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Der
Walther-Automat 640 schließlich konnte nicht nur
multiplizieren, sondern sogar kommarichtig dividieren, beides auch mit
konstantem Multiplikator / Multiplikand / Dividend / Divisor. Er
kostete allerdings 1963 immerhin 4850 DM + Mwst. und hat daher
wohl keine große Verbreitung gefunden. Man darf auch annehmen, daß diese Maschine aufgrund ihrer Komplexität recht wartungsaufwendig war. |
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Solche elektromechanischen
hat Walther sogar noch 1986 angeboten!
Späte Modelle ab etwa 1970, wie die links zu sehende comptess,
wirken
durch ihr sachlich kantiges Gehäuse recht modern und unterscheiden
sich äußerlich kaum von den ersten
elektronischen Tischrechnern mit Druckwerk, obwohl unter der Motorhaube
noch ein rein mechanisches Rechenwerk steckt. |
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Hier eine
Übersicht der Seriennummern der erfolgreichen Modelle WSR 110, WSR
160 und multa 32:
Je nach der benutzten Ausgabe des Büromaschinen Kompass erhält man allerdings leicht unterschiedliche Zuordnungen zwischen Jahren und Seriennummern. |
Und eine
alphabetische Übersicht aller bekannten nicht-elektronischen
Walther-Rechner :
Die S 12 wird übrigens auch als simplex 12 bezeichnet und die DS 12 als duplex 12 usw. Die SM 12 ist auch als Admulta bekannt. Näheres zu den meisten der genannten Maschinen findet man im Büromaschinen Lexikon. |
Jetzt
wird es spannend: Wir kommen zu den ersten elektronischen
Walther-Maschinen. In den
späten 60er-Jahren begann man bei Walther, sich auf die modernen
Zeiten
einzustellen und über elektronische Rechner nachzudenken.
Während der anzeigende Walther ETR 1 noch ein von Ricoh
hergestelltes Gerät war, stellte der druckende ETR 10, im Jahr
1970 vom IF Design ausgezeichnet, eine eigenständige
Walther-Entwicklung dar.
Es folgten eine Reihe weiterer elektronischer Geräte, große und kleine Tischrechner für unterschiedliche Anwendungsgebiete, mit und ohne Druckwerk. Mehr über diese Maschinen gibt es in der ETR-Ausstellung. Daneben stellte Walther z.B. auch Fahrkartendrucker für die Deutsche Bundesbahn her. Man beachte die bauliche Ähnlichkeit des ETR 10 mit den Platzbuchungsautomaten, die Walther für die Bahn entwickelt hat!
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In
diesen Jahren entwickelte sich die
Technik schnell. Zu schnell für Walther. Es wurde immer
schwieriger, die traditionellen Qualitätsansprüche der Firma
mit dieser Schnellebigkeit zu vereinbaren. Die Kunden waren wohl auch
nicht bereit, Geld für hochwertige Geräte mit langer
Lebensdauer auszugeben, während amerikanische und japanische
Firmen
in schneller Folge immer billigere Rechner auf den Markt brachten. Die
Walther
Büromaschinen GmbH mußte am 6. August 1974 Konkurs anmelden. |
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Das Werk konnte aber erhalten werden, und
zunächst lief die Produktion in Deutschland weiter, indem
Lagerbestände verbaut wurden. Ab
Ende 1978 wurde die Firma als Walther Electronic AG
weitergeführt und fertigte neben einzelnen Baugruppen
(Druckköpfe,
Drucker, Tastaturen, Gehäuse usw.) und Spezialentwicklungen im
Kundenauftrag, etwa für die Deutsche Post, u.a.
Datenerfassungssysteme, Matrixdrucker, elektronische Schreibmaschinen
und Abrechnungscomputer.
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| Es gab
weiterhin auch elektronische
Walther-Tischrechner und sogar einen programmierbaren Taschenrechner.
Diese wurden leider nicht mehr in Deutschland entwickelt oder gar
gebaut, sondern in
Japan, und in Deutschland unter dem bewährten Namen Walther
verkauft. In der ETR-Ausstellung
werden auch diese Rechner kurz beschrieben. Trotz Ausweitung der Lohnfertigung geriet Walther Mitte der 80er-Jahre abermals in wirtschaftliche Schwierigkeiten, konnte aber wieder überleben. Die heutige Walther Data GmbH & Co. KG entwickelt für den internationalen Markt Dokumentbearbeitungssysteme, Hochleistungsscanner und Belegleser und -sortierer z.B. zum Einlesen von Schecks und medizinischen Rezepten, wie den rechts zu sehenden EC 90. Die Stärke der Firma liegt also weiterhin in der Verbindung von Feinmechanik und Elektronik in Maschinen, von denen hohe Qualität und Zuverlässigkeit gefordert wird. |
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| www.zvab.com |
Das Buch Stätten deutscher Arbeit von Hans Tischert (1957) hat auch ein Kapitel über die Walther-Büromaschinen GmbH. |
| www.dotpoint.com | Die Erinnerungen von Ray Mackay, Teil 1. |
| www.dotpoint.com |
Die Erinnerungen von Ray Mackay, Teil 2. |
| www.walther-electronic.de |
Die WWW-Seiten der heutigen
Walther Data GmbH & Co. KG. Von hier stammt das Bild des EC 90. |
| www.computermuseumgroningen.nl |
Die Walther-Seite im
Computermuseum von Allard Schaap. |
| www.uni-greifswald.de |
Einige elektromechanische
Walther-Rechner der Rechentechnischen Sammlung der Uni Greifswald. |
| www.rechnerlexikon.de |
Der Eintrag zu Walther im
Rechnerlexikon. |
| www.boelters.de |
Sehr schöne Beschreibungen
mechanischer Walther-Rechner von Detlev Bölter. |
| Rechenkasten Walther |
Markus Sigg, letzte Änderung: 29.10.2006, Historie |