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<page rootpath="../../" title="Walther – Die Firma und die Rechner">
  <intro>
	Walther war ein altes Familienunternehmen, gegründet als Büchsenmacherei im
	Jahr 1886 von Carl Walther in Zella-Mehlis in Thüringen. Gebaut wurden
	Waffen für Jagd, Sport, Polizei und Militär. Noch heute werden von einem
	österreichischen Unternehmen Schießwaffen hergestellt, die das
	'Walther-Fähnchen' tragen. Sogar James Bond verläßt sich bekanntlich auf
	eine Walther-Pistole.
	<br/>
	<br/>
	Dies ist eine ganz und gar friedliche und zivile Web-Seite, in der es nur
	um Rechenmaschinen geht. Bemerkenswert ist aber erstens, daß beim Waffen-
	und beim (mechanischen) Rechnerbau ähnliche Fertigkeiten von Nutzen sind
	(Präzision und Zuverlässigkeit waren bei Walther immer grundlegende
	Begriffe), und zweitens, daß (ähnlich wie bei der Waffenfabrik Mauser) der
	Bürotechnikzweig ganz wesentlich zum Überleben der Firma nach dem ersten
	ebenso wie nach dem zweiten Weltkrieg beigetragen hat. Nach verlorenen
	Kriegen sind Waffen eben erst mal nicht mehr so gefragt, bzw. ihre
	Herstellung ist dann schlichtweg verboten.
	<br/>
	<br/>
	Jetzt aber zum Thema: Walther und die Rechenmaschinen!
  </intro>

  <table121>
	<image href="../Documents/Various/Praezision_aus_Tradition/index.html" src="../Documents/Various/Praezision_aus_Tradition/01.jpg" alt="Präzision aus Tradition"/>

	<ver>
	  <text>
		Ende der 60er-Jahre gab Walther das nebenstehende Heft heraus, das die
		Geschichte der Zahlen und des Rechnens, insbesondere des mechanischen
		Rechnens, und einen (natürlich mit wohlwollenden Augen gesehenen) Abriß
		der Vergangenheit der Firma beinhaltet.
      </text>

      <text>
		Demnach hat Walther die erste Sprossenradrechenmaschine im Jahr 1924
		gebaut und stellte 15 Jahre später bereits 16 verschiedene
		Rechenmaschinenmodelle her. Nach der Zerstörung des Werkes in
		Zella-Mehlis zum Kriegsende wurde die Firma in Westdeutschland wieder
		aufgebaut, und zwar 1945 in Heidenheim (mechanische
		Präzisionswerkstätten) und 1947 in Gerstetten (Feingerätebau).
      </text>

	  <text>
		Ab 1948 baute Walther in Niederstotzingen
		Sprossenrad-Handrechenmaschinen. Die WSR 160, ein handliches, aber sehr
		solides Maschinchen, dürfte das erfolgreichste dieser Geräte sein.
	  </text>
	</ver>

	<image href="../Documents/Various/Praezision_aus_Tradition/index.html" src="../Documents/Various/Praezision_aus_Tradition/13.jpg" alt="Präzision aus Tradition"/>

	<image src="../Documents/Descriptions/WSR_160_1.jpg" alt="Beschreibung der WSR 160"/>

	<ver>
	  <text>
		Die Walther Schnellrechenmaschine 160 und ihre kleinere Schwester WSR
		110 sind wahrscheinlich nicht nur die hübschesten, sondern auch die
		meistverkauften Kurbelrechenmaschinen aller Zeiten. Zu einem Preis um
		etwa 600 DM + Mwst. wurde die WSR 160 bis ungefähr 1970 angeboten.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="WSR_160.jpg" alt="WSR 160" height="7em"/>
		<image href="../Documents/Manuals/WSR_160/index.html" src="../Documents/Manuals/WSR_160/icon_01.jpg" alt="WSR 160 Bedienungsanleitung" height="7em"/>
	  </hor>

		<image src="WSR_160_label.jpg" alt="WSR 160 Typenschild" height="6em"/>
	</ver>

	<image src="../Documents/Descriptions/WSR_160_2.jpg" alt="Beschreibung der WSR 160"/>

	<text threecols="">
	  Schon 1929 gab es bei Walther eine elektrisch 'motorisierte'
	  Sprossenradrechenmaschine, die EMKD. 1952 konnte Georg Walther auf der
	  Hannover-Messe die damals schnellsten elektrischen Addiermaschinen der
	  Welt vorstellen. Im Jahr darauf wurden die Werke in Gerstetten und
	  Niederstotzingen zusammengefaßt und bildeten die Walther Büromaschinen
	  GmbH. Vermutlich erfolgte damit auch eine Abspaltung der
	  Waffenherstellung in ein unabhängiges Unternehmen.
    </text>

	<text/>
	<text/>

	<image src="../Documents/Descriptions/multa_32_1_1.jpg" alt="Beschreibung der multa 32"/>

	<ver>
	  <text>
		1959 kam mit dem Modell multa eine elektrische Maschine mit
		automatischer Multiplikation auf den Markt. Die multa verkaufte sich
		ausgesprochen gut. Eine multa 32 kostete im Jahr 1963 1430 DM + Mwst.,
		im Jahr 1970 noch 1198 DM + Mwst.
	  </text>

	  <hor>
		<ver>
		  <hor>
			<image src="multa_32.jpg" alt="multa 32" height="9em"/>
			<image href="../Documents/Manuals/multa_32_1969/index.html" src="../Documents/Manuals/multa_32_1969/01.jpg" alt="multa 32 Bedienungsanleitung" height="9em"/>
		  </hor>

		  <image src="multa_32_label.jpg" alt="multa 32 Typenschild" height="4.5em"/>
		</ver>

		<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Automation_1968_471.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Automation 1968" height="14.5em"/>
	  </hor>
	</ver>

	<image src="../Documents/Descriptions/multa_32_1_2.jpg" alt="Beschreibung der multa 32"/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Der Walther-Automat 640 schließlich konnte nicht nur multiplizieren,
		sondern sogar kommarichtig dividieren, beides auch mit konstantem
		Multiplikator / Multiplikand / Dividend / Divisor. Er kostete
		allerdings 1963 immerhin 4850 DM + Mwst. und hat daher wohl keine große
		Verbreitung gefunden.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="640_1.jpg" alt="Walther 640" height="12em"/>
		<image src="640_2.jpg" alt="Walther 640" height="12em"/>
		<image src="640_3.jpg" alt="Walther 640" height="12em"/>
		<image src="640_4.jpg" alt="Walther 640" height="12em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Man darf auch annehmen, daß diese Maschine aufgrund ihrer Komplexität
		recht wartungsaufwendig war.
	  </text>

	  <text>
		Weiteres zum Automat 640 ist beim <a
		href="https://www.arithmeum.uni-bonn.de/sammlungen/rechnen-einst/objekt.html?tx_arithinventory%5Bobject%5D=24055">Arithmeum</a>
		der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zu finden.
	  </text>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Das Rechenwerk des 640 wurde unter der Bezeichnung 610 auch als
		Bestandteil anderer Geräte verwendet, etwa – in Verbindung mit
		elektrischen Adler-Schreibmaschinen – in der Fakturiermaschine Triumph
		Factura 3:
	  </text>

	  <hor>
		<image src="610_2.jpg" alt="Walther 610" height="15em"/>
		<image src="610_3.jpg" alt="Walther 610" height="15em"/>
		<image src="610_4.jpg" alt="Walther 610" height="15em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Dank an Kurt Egger für diese Bilder. Ein weiteres Foto des 610 ist im
		<a
		href="https://fundus.uni-hamburg.de/de/collection_records/65525">Computer-Museum
		der Universität Hamburg</a> zu sehen.
	  </text>

	  <text>
		Durch Weglassen der Divisionsfunktion und Hinzufügen dreier
		Speicherwerke wurde aus dem 631 das in der <a
		href="http://www.katalog.iser.fau.de/index.php?ort_id=324&amp;amp;tree=1&amp;picture=I0163">Informatik-Sammlung
		Erlangen</a> (ISER) zu bewundernde Rechenwerk 631, das in der
		Buchungsmaschine Triumph Euconta 70 Verwendung fand:
	  </text>

	  <hor>
		<image src="631_1.jpg" alt="Walther 631" height="12em"/>
		<image src="631_2.jpg" alt="Walther 631" height="12em"/>
		<image src="631_3.jpg" alt="Walther 631" height="12em"/>
	  </hor>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Eine weitere interessante Entwicklung waren Rechenmaschinen mit
		"Hybrid-Antrieb", d.h. elektrische Maschinen, die im Fall des Falles
		auch von Hand angetrieben werden konnten. Bei dieser elektrischen
		Duplex DS 224 H ("H" vermutlich für "Handbetrieb") von Frieder Dirr
		verbirgt sich links unter dem Wagen eine kleine Kurbel, die man an
		der rechten Seite der Maschine einstecken kann:
	  </text>

	  <hor>
		<image src="DS224H_1.jpg" alt="DS 224 H" height="12em"/>
		<image src="DS224H_2.jpg" alt="DS 224 H" height="12em"/>
		<image src="DS224H_3.jpg" alt="DS 224 H" height="12em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Es wird vermutet, daß dieses Modell für die Bundeswehr für den Einsatz
		im Feld entwickelt wurde. Ob die vorliegende Maschine nur ein Prototyp
		war oder das Modell tatsächlich und in welchem Umfang serienmäßig
		hergestellt und eingesetzt wurde, ist nicht bekannt.
	  </text>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver>
	  <text>
		1964 wurde die 250.000ste Walther-Rechenmaschine ausgeliefert. Die
		Walther-Maschinen waren sogar in Japan erfolgreich.
	  </text>

	  <image src="Walther_Informationsdienst_Maerz_1970.jpg" alt="Walther Informationsdienst März 1970"/>
	</ver>

	<ver>
	  <text>
		1964 gingen die comptess und 1965 die multa GT in Serie. Auf den Seiten
		22 und 23 von <i>Präzision aus Tradition</i> findet man eine nette
		Übersicht der damals von Walther hergestellten elektromechanischen
		Rechner.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="PaT_comptess_simplex.jpg" alt="comptess simplex" height="9.5em"/>
		<image src="PaT_duplex_32.jpg" alt="duplex 32" height="9.5em"/>
		<image src="PaT_multa_32.jpg" alt="multa 32" height="9.5em"/>
	  </hor>

	  <hor>
		<image src="PaT_multa_GT.jpg" alt="multa GT" height="9.5em"/>
		<image src="PaT_duplex_232_duplex_132.jpg" alt="duplex 232, duplex 132" height="9.5em"/>
		<image src="PaT_simplex_232_simplex_132.jpg" alt="simplex 232, simplex 132" height="9.5em"/>
	  </hor>
	</ver>

	<ver>
	  <image src="PaT_WSR_160.jpg" alt="WSR 160"/>

	  <text>
		Auch die WSR 160 wurde noch gebaut!
	  </text>
	</ver>

	<image src="comptess.jpg" alt="moderne comptess"/>

	<ver>
	  <text>
		Solche elektromechanischen Rechner hat Walther sogar noch 1986
		angeboten! Späte Modelle ab etwa 1970, wie die links zu sehende
		comptess, wirken durch ihr sachlich kantiges Gehäuse recht modern und
		unterscheiden sich äußerlich kaum von den ersten elektronischen
		Tischrechnern mit Druckwerk, obwohl unter der Motorhaube noch ein rein
		mechanisches Rechenwerk steckt.
	  </text>

	  <image src="comptess_label.jpg" title="comptess Typenschild"/>
	</ver>

	<image src="comptess_Bedienungsanleitung.jpg" alt="comptess Bedienungsanleitung"/>

	<hor threecols="">
	  <image src="../Documents/Descriptions/multa_32_new_1.jpg" alt="moderne multa 32"/>
	  <image src="../Documents/Descriptions/multa_33_new_1.jpg" alt="moderne multa 33"/>
	  <image src="../Documents/Descriptions/multa_GT_new_1.jpg" alt="moderne multa GT"/>
	  <image src="../Documents/Descriptions/comptess_new_1.jpg" alt="moderne comptess"/>
	  <image src="../Documents/Descriptions/diwa_32_new_1.jpg" alt="moderne diwa 32"/>
	</hor>

	<text/>
	<text/>

	<hor threecols="">
	  <ver>
		<text>
		  Hier eine Übersicht der Seriennummern der erfolgreichen Modelle WSR
		  110, WSR 160 und multa 32:
		</text>

		<text>
		  <table style="width:28em;">
			<tbody>
			  <tr><th>Jahr</th><th>WSR 110</th><th>WSR 160</th><th>multa 32</th></tr>

			  <tr><th>1956</th><td>bis 115205</td><td>bis 128260</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1957</th><td>bis 115505</td><td>bis 134551</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1958</th><td>bis 115781</td><td>bis 139993</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1959</th><td>bis 116045</td><td>bis 146411</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1960</th><td>bis 116285</td><td>bis 153231</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1961</th><td>bis 116586</td><td>bis 160148</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1962</th><td>bis 116832</td><td>bis 166513</td> <td>bis 965950</td></tr>
			  <tr><th>1963</th><td>bis 116959</td><td>bis 173564</td><td>bis 988200</td></tr>
			  <tr><th>1965</th><td></td><td>bis 188000</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1966</th><td></td><td>bis 194000</td><td>bis 1057000</td></tr>
			  <tr><th>1967</th><td></td><td></td><td>bis 1050000</td></tr>
			  <tr><th>1968</th><td></td><td>bis 213700</td><td></td></tr>
			  <tr><th>1969</th><td></td><td></td><td>bis 1345000</td></tr>
			  <tr><th>1971</th><td></td><td>bis 225650</td><td>bis 1360000</td></tr>
			  <tr><th>1972</th><td></td><td></td><td>bis 3108000</td></tr>
			  <tr><th>1973</th><td></td><td></td><td>bis 3126650</td></tr>
			</tbody>
		  </table>
		</text>
	  </ver>

	  <text/>
	  <text/>

	  <ver>
		<text>
		  Je nach der benutzten Ausgabe des "Büromaschinen Kompass" erhält man
		  allerdings leicht unterschiedliche Zuordnungen zwischen Jahren und
		  Seriennummern.
		</text>
		<text>
		  Und eine alphabetische Übersicht aller bekannten nicht-elektronischen
		  Walther-Rechner:
		</text>

		<text>
		  Druckend:
		</text>

		<text>
		  80 E, comptess, comptess 11, comptess 12, diwa 32, DS 12, DS 32, DS
		  124, DS 132, DS 224, DS 232, DS 332, multa 32, multa 33, multa GT, P
		  12, P 224, P 232, S, S 9, S 10, S 12, S 30, S 32, S 33, S 124, S 132,
		  S 224, S 232, S 332, SM 12, SM 32, SR 12, SR124, SR 132, SR 224, SR
		  232, SRM 13, 640
		</text>

		<text>
		  Nichtdruckend:
		</text>

		<text>
		  DMKZ, EMKD, R, RK, RKZ, RKZ 10, RM, RM/16, RMK, RMK/16, RMZ, RMKZ,
		  RMKZ 16, WR 10, WR 16, WSR 11, WSR 16, WSR 110, WSR 160
		</text>

		<text>
		  Die S 12 wird übrigens auch als simplex 12 bezeichnet und die DS 12
		  als duplex 12 usw. Die SM 12 ist auch als Admulta bekannt. Näheres zu
		  den meisten der genannten Maschinen findet man
		  im <a href="../../BueromaschinenLexikon/index.html">Büromaschinen Lexikon</a>.
		</text>
	  </ver>
	</hor>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Jetzt wird es spannend: Wir kommen zu den ersten elektronischen
		Walther-Maschinen. In den späten 60er-Jahren begann man bei Walther,
		sich auf die modernen Zeiten einzustellen und über elektronische
		Rechenmaschinen nachzudenken. Während der anzeigende Walther ETR 1 noch
		ein von Ricoh hergestelltes Gerät war, stellte der druckende ETR 10, im
		Jahr 1970 vom IF Design ausgezeichnet, eine eigenständige
		Walther-Entwicklung dar.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1969_665.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1969" height="20em"/>
		<image src="../ETR/ETR_10/ETR_10.jpg" alt="ETR 10" height="20em"/>
		<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1970_327.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1970" height="20em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Es folgten eine Reihe weiterer elektronischer Geräte, große und kleine
		Tischrechner für unterschiedliche Anwendungsgebiete, mit und ohne
		Druckwerk. Mehr über diese Maschinen gibt es in der <a
		href="../ETR/index.html">ETR-Ausstellung</a>. Daneben stellte Walther
		z.B. auch Fahrkartendrucker für die Deutsche Bundesbahn her. Man
		beachte die bauliche Ähnlichkeit des ETR 10 mit den
		Platzbuchungsautomaten, die Walther für die Bahn entwickelt hat!
	  </text>

	  <hor>
		<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1971_367.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1971" height="20em"/>
		<image src="../Documents/Ads/Zeitschrift_fuer_Datenverarbeitung_1972_329.jpg" alt="Anzeige aus Zeitschrift für Datenverarbeitung 1972" height="20em"/>
		<image src="Platzbuchung.jpg" alt="Bericht aus Bürotechnik und Organisation 1971" height="20em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Walther war dabei nicht nur in Deutschland erfolgreich. So wurden etwa
		auch belgische Bahnhöfe mit Platzbuchungsterminals ausgestattet.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="../Documents/Ads/_smd45146.jpg" alt="Belgische Werbung" height="20em"/>
		<image src="../Documents/Ads/_smd45145.jpg" alt="Belgische Werbung" height="20em"/>
		<text>
		  (Dank an Serge Devidts.)
		</text>
	  </hor>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <hor>
		<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1969_797.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1969" height="30em"/>

		<ver>
		  <text>
			Eine ganze Weile wurden gleichzeitig elektromechanische und
			elektronische Geräte angeboten. Wie verkauft man so etwas? Da gibt
			es sowohl das friedliche Nebeneinander der beiden Gerätearten in
			ein und derselben Anzeige als auch das Vermeiden der
			Gegenüberstellung, indem statt Rechenmaschinen eher sachfremde
			schöne Motive in der Werbung erscheinen. Wichtig war in erster
			Linie, den schon immer mit den Begriffen "sicher" und "zuverlässig"
			verknüpften Namen Walther auch an die Eigenschaften "einfach",
			"modern" und "elektronisch" zu binden. Ein fliessender Übergang von
			der mechanischen in die elektronische Zeit wurde der Kundschaft
			auch erleichert, indem man die Maschinen anfangs in ähnliche
			Gehäuse packte und sich im Falle des <a
			href="../ETR/ETR_2030/index.xml">ETR 2030</a> alias "multa E"
			zumindest vorübergehend sogar für eine gewisse Kontinuität im Namen
			entschied.
		  </text>

		  <hor>
			<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1971_141.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1971" height="17em"/>
			<image src="../Documents/Ads/Buerotechnik_und_Organisation_1971_253.jpg" alt="Anzeige aus Bürotechnik und Organisation 1971" height="17em"/>
		  </hor>
		</ver>

		<image src="../Documents/Ads/Zeitschrift_fuer_Datenverarbeitung_1971_115.jpg" alt="Anzeige aus Zeitschrift für Datenverarbeitung 1971" height="30em"/>
	  </hor>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		In diesen Jahren entwickelte sich die Technik schnell. Zu schnell für
		Walther. Es wurde immer schwieriger, die traditionellen
		Qualitätsansprüche der Firma mit dieser Schnellebigkeit zu vereinbaren.
		Die Kunden waren wohl auch nicht bereit, Geld für hochwertige Geräte
		mit langer Lebensdauer auszugeben, während amerikanische und japanische
		Firmen in schneller Folge immer billigere Rechner auf den Markt
		brachten. Die Walther Büromaschinen GmbH mit 1600 Mitarbeitern mußte am
		6. August 1974 Konkurs anmelden.
	  </text>

	  <text>
		Das Werk konnte aber erhalten werden, und trotz des Zustandes "i.K."
		(in Konkurs) konnte die Produktion dank eines guten Konkursverwalters
		weiterlaufen, indem Lagerbestände verbaut wurden. Ab 8.12.1978 wurde
		die Firma mit 410 Mitarbeitern als Walther Electronic AG weitergeführt
		und fertigte neben einzelnen Baugruppen (Druckköpfe, Drucker,
		Tastaturen, Gehäuse usw.) und Spezialentwicklungen im Kundenauftrag,
		etwa für die Deutsche Post, u.a. Datenerfassungssysteme, Matrixdrucker,
		elektronische Schreibmaschinen und Abrechnungscomputer.
	  </text>

	  <hor>
		<image src="Label_old.jpg" alt="alte Walther-Fahne" height="7em"/>
		<image src="Label_new.jpg" alt="neues Walther-Label" height="7em"/>
		<image src="Aktie.jpg" alt="Walther-Aktie" height="7em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Ein Beispiel wäre die ST 800 (1978), Schreibstation für den
		Empfang und Abdruck alphanumerischer Informationen mit paralleler
		(optional zusätzlich serieller) Schnittstelle. Metallpapierdrucker mit
		30 Zeichen / Sekunde, 80 Zeichen / Zeile, Punkteraster 5x7. Von
		der verbesserten ST 8000 (1979) mit 50 Zeichen / Sekunde ist unklar,
		ob sie tatsächlich auf den Markt gekommen ist.
	  </text>

	  <text>
		Walther hatte hohe Kompetenz im Bereich Mikroprozessoren /
		Mikrocomputer. 1980 wurden die Micro-Computer C 10, C 25 und C 55
		angeboten. Der C 55 war mit bis zu 256 kB RAM ausgestattet und konnte
		mit bis zu acht Magnetplatteneinheiten und bis zu 16
		Bildschirmarbeitsplätzen umgehen. Matrixdrucker und Zeilendrucker waren
		ebenso anschließbar wie Magnetbandgeräte, Lochkartenleser und anderes.
	  </text>

	  <text>
		Ebenfalls 1980 gab es die Textsysteme 1100, 2200, 5000 und 6000. Das
		Textsystem 6000 bot bis zu drei Bildschirmarbeitsplätze, eine
		Magnetplatteneinheit und einen Typenraddrucker.
	  </text>
	</ver>

	<text/>
	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Hervorheben wollen wir die folgenden Maschinen, die allesamt auf einem
		System mit 8085-Prozessor aufbauen:

		<ul>
		  <li>
			DE 100 (1981): Datenerfassungsgerät mit Metallpapiermatrixdrucker,
			Schreibmaschinentastatur mit Ziffernblock und elf Funktionstasten,
			16-stellige Anzeige und Minikassettenlaufwerk. Anschlußmöglichkeit
			für Diskettenlaufwerke. Schnittstellen für zusätzliche Drucker,
			Fernschreiber und Modem. Frei programmierbar mittels eigener
			Macrosprache WPL (vermutlich "Walter Programming Language").
		  </li>

		  <li>
			AC 33 (1983): Abrechnungcomputer für Formulare, mit Nadeldrucker,
			Schreibmaschinentastatur und 16-stelliger Anzeige. Programme und
			Daten können auf ein angeschlossenes Minikassettenlaufwerk
			geschrieben werden.
		  </li>

		  <li>
			EF 33, OM 33 (1983): Abgespeckte AC 33? Matrixdrucker, numerische
			Tastatur mit Erweiterungen, PROM-Module.
		  </li>

		  <li>
			AE 33 (1985): Abrechnungs- und Erfassungscomputer, ein vollwertiger
			Computer mit grafikfähigem Matrixdrucker, Schreibmaschinentastatur
			und 40-stelliger Anzeige, batteriegepufferte RAM-Disk bis 128 kB,
			wechselbare Programmmodule bis 32 kB. Netzwerkfähig und für
			Datenfernübertragung geeignet. Anschlußmöglichkeiten für
			12"-Bildschirm, zusätzliche Drucker und Lesegeräte. Programme
			können auf EPROMs abgelegt werden. Kann Programme wie Wordstar,
			Lotus, Visicalc verwenden.
		  </li>

		  <li>
			EC 33 (1985): Elektronischer Codierer für Zahlungsbelege mit
			Räderdruckwerk, 16-stelliger Anzeige und Tischrechnerfunktion.
			Netzwerkfähig. Programme können auf EPROMs abgelegt werden.
		  </li>
		</ul>
	  </text>

	  <hor>
		<image src="../Documents/Descriptions/AC_33_1.jpg" alt="AC 33" height="17em"/>
		<image src="../Documents/Descriptions/DE_100_23.jpg" alt="DE 100" height="17em"/>
		<image src="../Documents/Descriptions/AE_33_1.jpg" alt="AE 33" height="17em"/>
	  </hor>

	  <text>
		Hier die sehr schön erhaltenen DE 100 und AC 33 von Stefan Höltgen und
		Rainer Siebert beim VCFB 2019:
	  </text>

	  <hor>
		<image src="DE_100.jpg" alt="DE 100" height="17em"/>
		<image src="AC_33.jpg" alt="AC 33" height="17em"/>
	  </hor>
	</ver>

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	<text/>

	<ver threecols="">
	  <text>
		Es gab weiterhin auch elektronische Walther-Tischrechner und sogar
		einen programmierbaren Taschenrechner. Diese wurden nicht mehr in
		Deutschland entwickelt oder gar gebaut, sondern in Asien, und in
		Deutschland unter dem bewährten Namen Walther verkauft. In der <a
		href="../ETR/index.html">ETR-Ausstellung</a> werden auch diese Rechner
		kurz beschrieben.
	  </text>

	  <text>
		Trotz Ausweitung der Lohnfertigung geriet die Walther Electronic AG
		1987 abermals in wirtschaftliche Schwierigkeiten, konnte aber als
		Walther Electronic Vertriebsgesellschaft mbH überleben. Nach einem
		Management Buyout Ende 1989 trat die Firma als Walther
		Electronic-Systeme GmbH und später als Walther Data GmbH auf und
		entwickelte für den internationalen Markt Dokumentbearbeitungssysteme,
		Hochleistungsscanner und Belegleser und -sortierer z.B. zum Einlesen
		von Schecks und medizinischen Rezepten, wie den EC 90:
	  </text>

	  <image src="EC_90.jpg" alt="EC 90" height="15em"/>

	  <text>
		Die Stärke der zuletzt Walther Data Gmbh Scan Solutions genannten Firma
		in Gerstetten lag also weiterhin in der Verbindung von Feinmechanik und
		Elektronik in Maschinen, von denen hohe Qualität und Zuverlässigkeit
		gefordert wird. Nach einem weiteren Konkurs im Jahr 2014(?) werden die
		Geschäfte mit den Scannern inzwischen von der Firma Mcon Global am
		selben Ort weitergeführt.
	  </text>
	</ver>

	<text/>
	<text/>
  </table121>

  <text/>

  <links>
	<link url="https://www.zvab.com/servlet/SearchResults?cm_sp=SearchF-_-topnav-_-Results&amp;ds=20&amp;kn=st%E4tten+deutscher+arbeit&amp;sts=t" short="zvab.com">
      Das Buch "Stätten deutscher Arbeit" von Hans Tischert (Band 14, 1957)
      enthält ein Kapitel über die Walther-Büromaschinen GmbH.
	</link>

	<link url="http://xnumber.com/xnumber/walther.htm" short="xnumber.com">
	  Die Erinnerungen von Ray Mackay, Teil 1.
	</link>

	<link url="http://xnumber.com/xnumber/e_walther.htm" short="xnumber.com">
	  Die Erinnerungen von Ray Mackay, Teil 2.
	</link>

	<link url="http://stubber.math-inf.uni-greifswald.de/rtk/RTS/node11h.html" short="stubber.math-inf.uni-greifswald.de">
	  Walther-Sprossenradrechenmaschinen der Rechentechnischen Sammlung des
	  Instituts für Mathematik und Informatik Ernst-Moritz-Arndt-Universität
	  Greifswald.
	</link>

	<link url="http://stubber.math-inf.uni-greifswald.de/rtk/RTS/node10i.html" short="stubber.math-inf.uni-greifswald.de">
	  Elektromechanische Walther-Rechner der Rechentechnischen Sammlung des
	  Instituts für Mathematik und Informatik Ernst-Moritz-Arndt-Universität
	  Greifswald.
	</link>

	<link url="http://rechnerlexikon.de/wiki.phtml?title=Walther" short="rechnerlexikon.de">
	  Der Eintrag zu Walther im Rechnerlexikon.
	</link>

	<link url="http://boelters.de/Rechenmaschinen/indexpages/walther.html" short="boelters.de">
	  Sehr schöne Beschreibungen mechanischer Walther-Rechner von Detlev Bölter.
    </link>

	<link url="https://zeit.de/1978/52/walther-kauft-walther" short="zeit.de">
	  Bericht der Zeit vom 22.12.1978 über den Neuanfang der Firma als
	  Walther Electronic AG.
	</link>

	<link url="https://computerwoche.de/a/walther-modellversuch-mit-gemischtwarenladen,1191580" short="computerwoche.de">
	  Bericht der Computerwoche vom 19.1.1979 über den Neuanfang der Firma als
	  Walther Electronic AG.
	</link>

	<link url="https://register.dpma.de/DPMAregister/pat/PatSchrifteneinsicht?docId=DE3024245A1" short="register.dpma.de">
	  Patentanmeldung der Walther Electronic AG vom 27.6.1980 für einen
	  programmierbaren Büro-Abrechnungscomputer. Dieses Patent dürfte hinter
	  dem AC 33 stehen.
	</link>

	<link url="https://www.computerwoche.de/article/2850504/kein-nuernberger-trichter-fuer-tante-emma.html" short="computerwoche.de">
	  Bericht der Computerwoche vom 10.6.1983 über Warenwirtschaftssysteme
	  für kleinere Läden, darunter der EF 33.
	</link>

	<link url="https://computerwoche.de/a/unternehmen,1153180" short="computerwoche.de">
	  Bericht der Computerwoche vom 1.12.1989 über die Umfirmierung der Walther
	  Electronic Vertriebsgesellschaft mbH zur Walther Electronic-Systeme GmbH.
	</link>

	<link short="walther-electronic.de">
	  Bis vor kurzem die Web-Präsenz der Walther Data GmbH. Von hier stammte
	  das Bild des EC 90.
	</link>

	<link url="http://mcon-global.com" short="mcon-global.com">
	  Die Firma Mcon Global, die die Nachfolge der Walther Data GmbH Scan
	  Solutions übernommen hat. Sie ist auch über <a
	  href="http://walther-data.de">http://walther-data.de</a> zu erreichen.
	</link>

	<link url="https://youtube.com/channel/UCa7SvVVVN2gj6HdQ2JEdPZw" short="youtube.com">
	  Auf dem YouTube-Kanal von Mcon Global sieht man Walther-Scanner in
	  Aktion. Beeindruckend.
	</link>
  </links>

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