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Zunächst mal: Wieso
überhaupt "Taschenrechner"? Die Hemdtasche, die einen ETR 2
aufnehmen kann, müßte erst noch erfunden werden. Trotzdem:
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Im Folgenden werden fünf
auch äußerlich unterscheidbare Varianten der
Überall-Rechner vorgestellt. Über die Gründe für
diese Vielfalt an Modellen und Erzeugnissen kann man nur raten.
Vielleicht haben die Halbleiterzulieferer so schnell und oft ihre
Chipsätze geändert?
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| Die
Ziffernanzeige ist bei allen diesen Rechnern gleich: Acht
Nixie-Röhren und links davon je ein minuszeichenförmiges
Lämpchen für das Minuszeichen und ein dreieckiges
Lämpchen zum Anzeigen einer Kapazitätsüberschreitung.
Rechts von der Anzeige haben der ETR 2 und der ETR 4 eine Lampe, die
bei
eingeschaltetem Rechner leuchtet, während beim ETR 3 und beim ETR
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dort eine Zeigeranzeige sitzt, an der man den Ladezustand der Batterie
ablesen kann, wenn der Rechner nicht gerade mit dem Netzteil betrieben
wird. Die Anzeige sitzt der besseren Lesbarkeit wegen in einer
Vertiefung. Zwischen Anzeigefenster und Tastatur ist ein
Lüftungsgitter angebracht. |
Blickt
man durch dieses Lüftungsgitter, so sieht man auch im
Rechnerinneren ein geheimnisvolles Leuchten. Was ist das? Eine Heizung
für die mobile Rechnernutzung im Winter? Das wird erst weiter
unten
verraten! |
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| Die Tastatur besteht aus drei Tastengruppen: Im linken Viererblock (beim ETR 2-2250462 ein Dreierblock) sitzt oben die Gesamtlöschtaste. Sie löscht Anzeige- und Rechenregister, während die darunterliegende Korrekturtaste nur das Anzeigeregister löscht. Die dritte Taste von oben ist die Konstantentaste. Sie rastet beim Drücken ein, und wenn sie eingerastet ist, werden Multiplikatoren und Divisoren festgehalten. Ganz unten sitzt beim ETR 2 und beim ETR 3 die Kommavorwahltaste. Durch gleichzeitiges Drücken dieser Taste und einer der Tasten 0-7 wird die Anzahl der Nachkommastellen festgelegt. Nur beim ETR 2-2250462 fehlt diese Taste, und die Nachkommastellen werden mit der Korrekturtaste eingestellt. Beim ETR 4 und beim ETR 5 sitzt an dieser Stelle die Wechseltaste, die den Inhalt von Anzeige- und Rechenregister auswechselt. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn man den Kehrwert eines Rechenergebnisses wissen will: Man tippt ":" "1" Wechseltaste "=". Der mittlere Tastenblock enthält die Zifferntasten und die Komma-Taste. Bemerkenswert ist, daß das Komma in der Anzeige beim Eingeben von Ziffern nicht wandert, sondern fest am eingestellten Platz bleibt. Der Vorkommateil der Zahl läuft beim Eingeben nach links, bis die Kommataste gedrückt wird. Beim Weitertippen werden die Nachkommastellen aufgefüllt. Im rechten Tastenblock sind die Addiertaste, die Subtrahiertaste, die Maltaste, die Divisionstaste und die Ergebnistaste. Sie werden benutzt wie in einem modernen Taschenrechner, und nicht so, wie es in älteren Rechnern (wie auch dem ETR 1) üblich war. Um eine Subtraktion auszuführen, tippt man zum Beispiel Minuend "-" Subtrahend "=". Außerdem sitzt rechts oben die Einblicktaste. Die Walther Überall-Rechner haben nämlich eine Rechenkapazität von 16 Stellen! Angezeigt werden die unteren oder die oberen acht Stellen, und mit der Einblicktaste kann man dazwischen umschalten. Wenn die oberen acht Stellen einer Zahl, die weniger als neun Stellen hat, angezeigt werden, erlischt die Anzeige ganz. Die Vorteile des ETR 4 / ETR 5 gegenüber dem ETR 2 / ETR 3:
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Alle
Modelle werden über einen an der rechten Gehäuseseite
angebrachten roten Schalter in Betrieb genommen. An der
Gehäuserückseite sitzt beim ETR 2 und beim ETR 4 die
Büchse für das Netzkabel. Beim Einstecken des Netzkabels
muß man ein bißchen vorsichtig sein: Es ist
schwergängig, und die Büchse ist nicht am Gehäuse
befestigt, sondern an der Rechnerplatine. Beim ETR 3 und beim ETR 4
findet mant statt dessen hinten die Buchse für das Ladegerät, eine
fünfpolige Standard-Diodenbuchse, von der aber nur drei Pole
belegt
sind.
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Vom ETR
3 wurden, vermutlich zu Vorführ- und Werbezwecken, auch einige
Exemplare mit einem halbtransparenten Gehäuse hergestellt (Bilder:
Kurt Nolte):
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| Wir
kommen zu den Innereien der Walther Überall-Rechner. Wer so einen
Rechner öffnen will, stößt gleich auf eine
Schwierigkeit: Die Schrauben an der Gehäuseunterseite sind in der
Regel mit Plastikkappen verdeckt. Dieser Schutz richtet sich
wahrscheinlich weniger gegen Umwelteinflüsse, sondern eher gegen
neugierige Leute, die vor allem während der Garantiezeit daran
gehindert werden sollen, am Rechnerinneren herumzuhantieren. Um die
beiden Schrauben in der Mitte des Gehäusebodens zu lösen, mit
denen das Gehäuseoberteil am Gehäuseunterteil befestigt ist,
muß man die zugehörigen Plastikdeckel entfernen. Es scheint
dazu keinen anderen Weg zu geben, als mit einem nadelartigen Gegenstand
in den Randbereich der Deckelchen zu picken und diese dann
rauszuhebeln.
Sie werden dabei natürlich beschädigt oder zerstört. Man
sollte ihnen nicht nachtrauern. Und die Garantiezeit ist eh schon
abgelaufen. Sobald diese Hürde genommen ist, ist es aber kinderleicht, die Überall-Rechner bis zur letzten Schraube und Feder zu zerlegen.
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Nach dem
Entfernen der beiden mittleren Schrauben läßt sich der
Gehäusedeckel abnehmen. Jetzt findet auch das erwähnte
Leuchten im Rechnerinnern eine Erklärung: Die Glimmläpchen
für die Betriebsanzeige, das Minuszeichen und den
Kapazitätsüberlauf sind auf der Rechnerplatine angebracht.
Das
Licht wird über Lichtleiter aus durchsichtigem Plastik, die am
Gehäusedeckel befestigt sind, zu den Sichtfenstern an der
Rechneroberseite gebracht. Erstaunlich!![]() Auf der Hauptplatine der Rechner erkennt man drei funktionale Einheiten: Hinten die Anzeige, in der Mitte die Spannungsversorgung, und vorne die Logikbausteine, im Bild rechts von der Tastatur verdeckt. Beim ETR 2 und beim ETR 4 besteht die Spannungsversorgung aus einem Netzteil mit Transformator. Beim ETR 3 und beim ETR 5 fehlt diese Einheit, und an ihrem Platz sitzen die Batterie und eine zusätzliche kleine Platine. |
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| Wir
wenden uns der Tastatureinheit zu. Diese ist auf die Hauptplatine
aufgesteckt und kann nach dem Lösen von vier Schrauben abgezogen
werden. Sie besteht aus einer Platine mit den Magnetschaltern, einer
Zwischenplatte und den Tasten selbst. |
Auch die
Tastatur des ETR 2-2250462, der ja eine Taste weniger als die anderen
hat, weist Bohrungen für die fehlende Taste auf. Die Tasten lassen sich leicht herausdrücken. Jede besteht aus drei Plastikteilen: Tastenkappe, Metallfeder und Tastenkörper mit eingeklebtem Magneten. Die Konstantentaste besitzt zusätzlich einen metallenen Einrastmechanismus.
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| Die
Tastatureinheit wird zerlegt, indem man zwei Spannfedern löst, und
zerfällt dann in die Platine, die Zwischenplatte, vier dicke und
zwei dünne Metallbolzen und ein Metallplättchen. Von der Tastaturplatine, die die Magnetschalter, einige Drahtbrücken und die Steckverbindung zur Hauptplatine enthält, gibt es mehrere Varianten. Im ETR 2 und im ETR 3 sind solche mit den Bauteilenummern 2191954 und 2191954c. Das hat aber offenbar nichts mit den ETR 2-Erzeugnissen mit / ohne Kommavorwahltaste zu tun - bei der Variante ohne diese Taste fehlt bloß der entsprechende Magnetschalter. Im ETR 4 und im ETR 5 findet man das Bauteil 2259273.
Auch die Zwischenplatte aus Metall gibt es in zwei Ausführungen, die ohne erkennbare Regel verbaut wurden. Die eine hat eine dicke schwarze Gummischicht, um den Tastananschlag abzufedern, die andere hat für diesen Zweck nur unter den breiten Tasten je zwei Plastiknoppen:
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Genug
von der Tastatur, zur Hauptplatine, die mir vier Schrauben am
Gehäuseboden befestigt ist. Auch von ihr gibt es natürlich
verschiedene Ausführungen, aber die Unterschiede zwischen Rechnern
für Netz- und Batteriebetrieb etwa entstehen erst durch die
Bestückung der Platine. Zum Beispiel wird die Platine mit der
Bauteilnummer 2192748C sowohl im ETR 2-2002221 als auch im ETR
2-2250462
und im ETR 3-2002230 eingesetzt. Die beim ETR 3-2002230 auch
anzutreffende Platine 2192748a scheint älter zu sein. Im ETR 2
sitzt in der Platinenmitte das Netzteil, beim ETR 3 die Batterie und
eine zusätzliche Platine. Ähnlich sind die Unterschiede
zwischen ETR 4 und ETR 5, wo die Platine 2259214 eingesetzt wird.
Die Ziffernanzeige besteht bei allen Überall-Rechnern aus acht Nixie-Röhren vom Typ NEC LD8007. Links im mittleren Bild leuchtet auch die Minusanzeige:
Beim ETR 3 und beim ETR 5 sitzt zwischen Anzeigeeinheit und Batterie eine Steckkarte. Ihre Aufgabe ist es vermutlich, aus der Batteriespannung die höhere Spannung für die Nixie-Röhren zu erzeugen. Man findet beim ETR 3 sowohl das Bauteil 2192926a als auch das Bauteil 2192926b. Das letztere wird auch beim ETR 5 verwendet.
Ganz vorne auf der Hauptplatine, unter der Tastatur, sitzt das Herz der Maschine. Beim ETR 2 und beim ETR 3 besteht es aus sechs integrierten Schaltungen, der ETR 4 und der ETR 5 kommen mit nur noch vier integrierten Schaltungen aus. Beim ETR 2 und beim ETR 3 ist vermutlich der linke Baustein, ein FDY 1508-5005, für die Anzeige zuständig und der rechte, ein FDY 140-5004 oder FDY 310-7014 für die Tastatur. Diese beiden Bauteile findet man auch im ETR 4 und im ETR 5:
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| www.devidts.com |
Der ETR 2 von Serge Devidts. |
| www.tcocd.de |
Der ETR 2 von Andreas Tabak. |
| www.uni-greifswald.de |
Der ETR 4 in der
Rechentechnischen Sammlung der Uni Greifswald. |
| www.devidts.com |
Der Contex D11 benutzt fast den
gleichen Chipsatz wie der ETR 2 und der ETR 3. |
| Rechenkasten Walther ETR-Ausstellung |
Markus Sigg, letzte Änderung: 2.6.2005, Historie |