Walther PD 15

Das Druckwerk PD 15 hat seine eigene Seite in der ETR-Ausstellung, weil es ein eigenständiges Walther-Erzeugnis mit Modellname (PD 15), Erzeugnisnummer und Seriennummer ist. Es sind davon drei Ausführungen bekannt, nämlich
Das PD 15 hat 15 Druckstellen, wiegt knapp 3900 g (macht also fast 4/5 des Gewichts eines ETR 2034 aus) bzw. in der späteren Ausführung 2430223 noch 3200 g und mißt etwa 20 * 20 * 12 cm (L*B*H).

PD 15-2279894

PD 15-2279894 Typenschild
Zunächst zu PD 15-2279894 und PD 15-2393751. Diese Versionen umfassen neben dem eigentlichen Druckwerk etwas Steuerelektronik auf einer Platine, die senkrecht stehend vor dem Druckwerk angebracht ist, den Netztransformator und eine Netzteilplatine mit großem Kühlkörper, im Bild rechts vorne zu sehen. Alles zusammen ist auf eine stabile Metallplatte geschraubt, die wiederum, zur Federung auf Gummifüßen, im Gehäuseboden des jeweiligen Rechners verankert ist.

Wie erwähnt, ist das PD 15 ein eigenständiges Walther-Erzeugnis. Das Typenschild ist links vom Druckwerk auf der Bodenplatte angebracht.
PD 15-2393751

PD 15-2393751 Typenschild
PD 15-2393751 Druckwerk und Transformator
Hier haben wir das Druckwerk und den Transformator, neben dem der beleuchtete Netzschalter angebracht ist. Im PD 15-2279894 sitzt ein Entstörfilter links vom Transformater, im PD 15-2393751 an der Vorderseite. Der Transformator hat rechts drei Abgriffe. Ganz unten kommen 26,7 Volt heraus und laufen über das längere Kabel zur Steuerplatine des Druckwerks, von wo auch zwei Adern zum Druckwerk selbst verlaufen - vielleicht eine Motorsteuerung. Die anderen beiden Abgriffe liefern 10,5 und 26 Volt, die beide über den gleichen Stecker zur Netzteilplatine geführt werden.

Vor den Zahnrädern, auf die die Farbbandrollen gesetzt werden, befindet sich ein breite Buchsenleiste. Hier wird die Steuerplatine aufgesteckt.

Das Kabel links vorne führt zur Hauptplatine des Rechners. Das rot-weiße Adernpaar geht zum Schalter für den Zeilenabstand, die übrigen Leitungen zu einer Lichtschranke (bei der senkrecht stehenden gelochten runden Metallscheibe), mit der die Elektronik die Stellung der Druckwalze abtasten kann.
PD 15-2393751 Lichtschranke
Die druckende Seite der Walze: 15 unabhängig voneinander auf einer Achse drehbare Rädchen, deren jedes die an der jeweiligen Stelle druckbaren Zeichen trägt - 13 mit Ziffern und Dezimalkomma, zwei mit sonstigen Zeichen. Wenn eine Zeile gedruckt wird, wird die Walze gedreht. Die Steuerelektronik sorgt dafür, daß jedes Rädchen gerade soweit gedreht wird, bis das gewünschte Zeichen zum Farbband zeigt. Dazu wird einfach zum richtigen Zeitpunkt ein Metallstift in die Zähne am Rand des jeweiligen Rädchens geschoben, so daß das Rädchen blockiert - die Elektronik hat ja durch die Lichtschranke Kenntnis über den augenblicklichen Stand der Walze. Wo nichts gedruckt werden soll, dreht sich das jeweilige Rädchen bis zu einer Stelle, an der sich kein Zeichen befindet. Dann wird die Gummiwalze mit dem Papier auf die Druckwalze mit den Zeichen gedrückt. Das Farbband befindet sich günstigerweise dazwischen, und schwupp, schon sind die Zeichen auf dem Papier! PD 15-2393751 Druckwalze

Natürlich benutzt nicht jeder Rechner alle Zeichen. Das Quadratwurzelzeichen wird man z.B. auf einem ETR 2034 nie zu Gesicht bekommen. Daher ist das Zeichen auf der Walze auch noch so sauber.
PD 15-2279894 Netzteilplatine
Die Netzteilplatine. Der obere Stecker bekommt die beiden Wechselspannungen (10,5 und 26 Volt) vom Transformator. Sie werden hier gleichgerichtet und geglättet, und die Hauptplatine des Rechners kann sich über die untere Steckverbindung ihre Betriebsspannungen holen.

Zwischen den Netzteilplatinen der beiden PD 15-Varianten gibt es nur sehr kleine Unterschiede.
PD 15-2393751 Netzteilplatine
Und schließlich die Steuerplatine des Druckwerks. Sie wird mit der unten zu sehenden Stiftleiste auf das Druckwerk aufgesteckt. Diese hat links zwei und rechts eine Gruppe von 15 Stiften, und man kann sich ausrechnen, daß von den 15 jeder für eine Druckstelle zuständig ist, ebenso wie jeder der 15 in einer Reihe stehenden Transistoren. Das ist aber nur Treiberelektronik - der intelligente Teil der Steuerung sitzt auf der Hauptplatine des Rechners, die über die linke Buchsenleiste angeschlossen wird. Die Hauptplatine ist ja auch mit der Lichtschranke verbunden. Das ganze PD 15 selbst ist so gesehen völlig dumm und muß vom Rechner gesteuert werden.

PD 15-2279894 Steuerplatine PD 15-2393751 Steuerplatine

Auch diese Platine ist in den beiden PD 15-Varianten fast (aber nicht ganz) gleich. Erwähnenswert ist noch, daß sie auch das Lämpchen für die Kapazitätsüberlaufanzeige des Rechners enthält (rechts unten im Bild).
Nun noch das PD 15-2430223. Ihm fehlen sowohl die Steuerplatine (weil die Druckerlogik im jeweiligen Rechnerbaustein untergebracht ist) als auch die Netzteilplatine (weil auch die Netzteilelektronik auf der Rechnerplatine sitzt).

Diese Variante des PD 15 kann zweifarbig drucken. Das dazu notwendige Anheben des Farbbands wird durch die Bandführung über zwei zusätzliche Rollen erleichtert.

PD 15-2430223 Farbband
PD 15-2430223

PD 15-2430223 Typenschild

Verweise:


Rechenkasten Walther ETR-Ausstellung
Markus Sigg, letzte Änderung: 23.5.2004, Historie