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dieser Stelle soll auch eine etwas heikle Angelegenheit nicht
verschwiegen werden: Es gibt nämlich Leute, die Biegefiguren,
insbesondere solche von Schleich, sammeln. Doch, wirklich, man stelle
sich vor! Und es kann leider geschehen, daß solche
Biegefigurensammler auf Walther-Sammler stoßen, zum Beispiel bei
einschlägigen Auktionen. Dabei können sich Tragödien
abspielen, entsetzliche Naturgewalten werden freigesetzt, die oftmals
mit der finanziellen Zerrüttung eines der Beteiligten und dem
seelischen Niedergang der übrigen enden. Man muß sich
darüber im Klaren sein, daß man von jemandem, der etwas so
lächerliches wie Biegefiguren sammelt, keinerlei Vernunft erwarten
darf. Solche Menschen haben ganz klar nicht alle Tassen im Schrank.
Biegefiguren, ha! Da könnte man ja auch Streichholzschachteln
sammeln und was weiß ich für Zeugs. Was sagen Sie? Es gibt
Leute, die Streichholzschachteln sammeln? Aber niemals! |
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Wir
kommen zum ersten grauen Pudel, im obigen Bild der linke. Ein
fröhliches, aber auch stolzes Tier, wie man sieht. Die Schnauze
ist
bei ihm aus unbekannter Ursache leicht rosa verfärbt. Ist etwa
rote
Farbe vom Maul in die Schnauze gewandert? Man weiß es nicht. Das
Maul ist jedenfalls überwiegend gelb und nur im Mundwinkel ein
bißchen rosa.
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Der
mittlere Pudel des obigen BIlds, in Schwarz. Ebenfalls gut gelaunt, hat
er zugleich einen verschmitzten Zug im Gesichtsausdruck. Dennoch hat dieser Pudel ein Problem! Wir werden weiter unten darauf zu sprechen kommen.
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Der
rechte graue Pudel. Obwohl er im obigen Bild etwas
mißtrauisch in die Kamera guckt, ist auch er ein freundlicher und
lebendiger Kerl. Dieser Pudel hat im Gegensatz zum ersten ein ganz rotes Maul, aber eine nicht-rosa Schnauze.
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| Dennoch scheint es beim gegenwärtigen Kenntnisstand nicht gerechtfertig, von zwei Arten grauer Pudel zu sprechen. Da die Schnauze des zuletzt vorgestellten nicht rosa verfärbt ist, wird eher die obige Vermutung bzgl. der Schnauzenverfärbung durch Farbdiffusion untermauert. |
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Aufmerksamen
Betrachtern wird die unterschiedliche Körperhaltung der Pudel
aufgefallen sein. Klar, es sind ja Biegepudel, die können
eine Vielzahl von Haltungen einnehmen. Zum Beispiel kann der Hals
aufgerichtet sein oder nicht. Der linke Pudel könnte zum Beispiel seinen Kopf auch hängen lassen, wenn er nur wollte. Er ist halt eher von der stolzen Sorte. Aber: Der rechte Pudel kann seinen Kopf nicht aufrichten. Was ist da los? Was stimmt da nicht? |
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| Der
Verdacht drängte sich auf, daß das arme Tier irgendeinen
Haltungsschaden haben könnte. Also sind wir zum
Biegepudelorthopäden gefahren. Onkel Doktor hat Walther mehrfach
geröntgt. Man muß sich bei Gummipudeln ja keine Gedanken
über die Strahlenbelastung machen. |
| Auf dem ersten Bild fällt noch nichts auf. Die Drähte sind sehr schön zu sehen, ebenso das Walther-Schildchen und seine Aufhängung. | Doch was ist das? Hat der Draht im Hals etwa einen Bruch? Wir brauchen eine vergrößerte Aufnahme von der Seite! | Die Seitenaufnahme läßt nun keinen Zweifel mehr: Der Draht ist entzwei! Damit ist alles klar. |
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| Dieser Pudel leidet also unter einem Genickbruch. Nun ja, zum Glück ist das bei Biegetieren kein lebensbedrohlicher Schaden. |
| Zum Abschluß und als besonderes Schmankerl noch eine überraschende Erkenntnis der allerjüngsten Walther-Forschung. Jahrzehntelang galt es als allgemein anerkannte Tatsache, daß zwischen grauen und schwarzen Walther-Pudeln keine anatomischen Unterschiede bestehen. Erst kürzlich nun konnte dank gewissenhafter vergleichender Studien bewiesen werden, daß dies ein Irrtum war. Wie auf dem Bild rechts eindeutig zu sehen ist, haben graue Walther auf dem Rücken zwischen den Schulterblättern eine kleine Kerbe, schwarze aber nicht. Da werden wohl einige Lehrbücher neu geschrieben werden müssen! | ![]() |
| Rechenkasten ETR-Museum Walther
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Der Pudel |
Markus Sigg, letzte Änderung: 26.1.2003, Historie |